Der Weg des Orpheus - Stationentheater im öffentlichen Raum
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00:00:08: Hallo, wir begrüßen Sie und Euch zu einer neuen Folge Theater to go.
00:00:12: Hier eröffnen wir regelmäßige Einblicke in die aktuellen Produktion unserer fünf Theaterspaten.
00:00:18: Und diesmal geht es um eine ganz besondere Produktion an der nämlich alle fünf Spaten gleichzeitig beteiligt sind.
00:00:25: Mein Name ist Anne-Kristin Maatz und mit mir im Studio ist Kai Kunze, der Intendant und Operndirektor unseres Hauses.
00:00:33: Und Dr.
00:00:34: Peter Larsen, Musiktheaterdramaturg am Theater Altenburg-Jerra.
00:00:37: Hallo!
00:00:37: – Hallo!
00:00:39: Heute reden wir über das Musiktheaters Stück Der Weg des Orffoys.
00:00:42: Das ist genauer gesagt eine musikdramartische Wanderung von Kai Kunze und Sophie Jera.
00:00:49: Ja, Kai Kunzler darf ich Sie gleich zu einer sehr erfolgreichen Produktion beglückwünschen.
00:00:53: Das Publikum war begeistert die Presse auch, brillantes Orffoise.
00:00:58: Open Air titelt Die neue Musikzeitung und auch die deutsche Bühne lobt zum Beispiel die große Detailiebe der Inszenierung.
00:01:05: Der Weg des Orphäus, das ist einerseits ja eine Reise durch die Musikgeschichte und andererseits auch ganz wörtlich genommen ein Spaziergang auf den das Publikum mitgenommen wird.
00:01:16: Der Mythos ist bekannt.
00:01:18: Orphuis verliert seine geliebte Eure Dieke!
00:01:21: Und er will ihren Tod nicht hinnehmen sondern er begibt sich auf eine Reis in die Unterwelt und er erfährt tiefen Schmerz und daraus erwächst Musik, die selbst die Götter bewegt.
00:01:30: Nicht nur diese Geschichte ist sehr alt, sondern Herr Kunze auch dieses Projekt hat eine lange Geschichte.
00:01:38: Wie ist denn die Idee dazu geboren?
00:01:41: Ich gehe eigentlich jeden Morgen durch den Küchengarten hindurch.
00:01:45: Wenn ich zum Theater gehe – ich mache mal so einen kleinen Schlenker, weil das ein wunderschöner Weg ist vom Hofgut über die Brücke oder die Weißer Elz dann durch den Küchengartensumteater.
00:01:54: Naja und das bin ich viele, viele Jahre gegangen.
00:01:57: Und dann kam so nach und nach Bilder.
00:01:59: wo könnte man hier vielleicht also auf Theatral die Orte bespielen?
00:02:03: Und dieser Gedanke den Orfeus mal groß zu fassen in einer Art sagen wir ruhig Spektakel an dem alle Sparten beteiligt sind.
00:02:10: Den hatte ich sowieso weil es ist ein Initialmütter für uns Theaterschaffenden im Besonderen aber für die Kunst im Allgemeinen eigentlich eine Ursprungsfigur und mit dieser Ursprungstheorie alle Sparten, die wir an diesem Haus haben.
00:02:24: Und wir sind ja nun mal das einzige Fünfspartenhaus in Thüringen und auch darüber hinaus eigentlich in Deutschland.
00:02:29: in der Form einmalig war das eine große Chance vom Gruppenteater über Spallett, übers Schauspiel, übers Musiktheater und das Orchester alle Spartan zusammen zu bündeln.
00:02:38: Und so ist tatsächlich über zehn Jahre eigentlich dieser Weg über zehn Station vom Hofgut zum Theater in mir gewachsen.
00:02:45: Ich habe dann später Die damalige Dramatogen am Haus, die Sophie Hierher dazu gewonnen.
00:02:50: Die als Co-Autorin Texte geschrieben hat für dieses Stück dass wir dann jetzt als große Co-Produktion mit über hundertfünfzig Beteiligten realisieren konnten.
00:03:01: Ja ein großes Projekt.
00:03:03: dieser Weg der bietet sich total an.
00:03:06: Der ist schon lange bei ihnen im Kopf drin.
00:03:08: und aber auch der Stoff habe ich gehört beschäftigt sie schon eigentlich ein ganzes Leben lang.
00:03:13: Ich habe ja Regie studiert in Hamburg und meine Diplominszenierung war Office und Euridike von Gluck.
00:03:18: Und ich habe diese Inszenierung dann theoretisch nochmal aufgearbeitet, ein bisschen größer gefasst als Diploma-Arbeit eingereicht und von daher kann man sagen das stand wirklich ganz am Anfang auch meiner Karriere als Regisseur.
00:03:31: Ich hab es später auch noch mal in Rostock inszeniert, Office & Eurideke und jetzt mit dem Weg des Offers.
00:03:35: die dritte tatsächlich insinatorische Beschäftigung aber ist jetzt auch die umfassendste Bislang, sag ich mal vorsichtig geworden.
00:03:43: Ja und dabei wird das Publikum mitgenommen vom Hofgut Gera über den Küchengarten bis hin ins Theater in Zehn Stationen.
00:03:51: Wie genau sieht es aus Peter Lassen?
00:03:53: Wir starten im Hofgurt Gera mit dem Hochzeitsfest und ist eigentlich alles ganz schön.
00:03:58: die Leute kommen so dazu Es gibt ein Katering also man ist sozusagen als
00:04:02: Besucher
00:04:02: auch mit da integriert.
00:04:03: erstmal Das wird tragisch unterbrochen von dem Tod von Eurydice Und dann geht man los.
00:04:11: Man geht mit diesem Aufhäus mit, man begleitet ihn und kann auch sagen, man leidet erst mal
00:04:16: mit ihm
00:04:17: und geht über weitere Stationen.
00:04:19: Das nächste wäre vom Otto Dix-Haus.
00:04:21: Da wird das Thema Vergänglichkeit sehr angesprochen.
00:04:26: Dann geht es weiter zur Orangerie bei der Orangeries.
00:04:29: Da wartet dann der Höhlenhund von Zaborus.
00:04:33: Wir müssen
00:04:33: alle
00:04:34: durch das Maul von dem Zaberus in die Hölle hinein oder das war total irre.
00:04:38: da waren Das war grünliches Nebellicht und es war wirklich gruselig.
00:04:42: Und dann ging das durch, da drin ist dann sozusagen die Unterwelt.
00:04:44: Also man erlebt das eigentlich total mit... Man spürt das auch wenn der Nebel um einen herum ist, wenn die Klänge und die Figuren da sind.
00:04:53: Das ist manchmal ein bisschen grusulich und manchmal auch lustig.
00:04:57: Auf alle Fälle ist man damit als Besucher total integriert.
00:05:00: Das wollten wir ja eigentlich schon mit dem Titel mit liefern.
00:05:03: Der Weg des Offices also nicht nur an dieser Weg vom Hofgut zum Theater, sondern auch das wir Ihnen begleiten.
00:05:08: Wir alle gehen den Weg des Offices mit ihm mit – es ist ein Weg durch die Musikgeschichte oder Opangeschichte.
00:05:16: Es ist vor allem aber einen Weg zu sich selbst wenn man so will der Weg der Bewusstseinswertung über verschiedene Aspekte, die wir eben Allegorien nennen.
00:05:24: Allegorienen sind ja menschlich gewonnen Grundkonstellationen, Grundempfindungen, Grundsituationen unseres menschlichen Lebens.
00:05:33: Über sechs Allegorien, über zehn Stationen erleben wir wie Orphäus vom Menschen wenn man so will transformiert zum Künstler.
00:05:40: Ja und diesen Weg gehen wir mit und da nehme ich an
00:05:43: diese
00:05:43: Form also zu sagen Orphäus als Open Air Theater als Stationen Theater das es tatsächlich auch eine inhaltliche Komponente
00:05:52: hat Ganz genau das.
00:05:53: Und diese Orte, die wir erfahren sind es ja zugleich sozusagen das Bühnenbild.
00:05:57: also wenn wir über den Fluss gehen ist das eben der Sticks oder Lete der Unterwelt und da drauf ist dann Karon Wenn man den Obulus zahlen muss, wenn man ihn nicht zahlt dann muss man auf über hunderte von Jahren herum irren.
00:06:15: Die Seele findet keinen Frieden mehr an den Gestaden der Unterwelt und er gemahnt sozusagen auch die Zuschauer wir sind ja einen großen Teil auch im öffentlichen Raum die möglicherweise als blinde Passagiere bisher dabei sind möglichst nicht mitzugehen denn sonst könnte es übel für sie ausgehen.
00:06:32: Ja, das ist so ein schönes Bild.
00:06:33: Diese Blühne die da extra auf der Älste aufgebaut wird.
00:06:37: Ein Fluss.
00:06:37: Das hat natürlich
00:06:38: den Schwimmen des
00:06:38: Fluss
00:06:39: und der Kollege muss da drauf auch aushachen also schon eine Weile da sein.
00:06:43: Der muss dann abgeholt werden mit einem Boot.
00:06:45: Er sitzt mitten in der Ströbung.
00:06:46: Also es war auch wirklich so neoprenend, dass er irgendwie reinkommt.
00:06:51: Es ist wirklich ein besonderer Moment.
00:06:54: Spannend!
00:06:55: Also das ist ja gewissermaßen Theater im öffentlichen Raum und diese Sichtbarkeit geht ja über die eigentliche Aufführung auch hinaus.
00:07:02: Also ich habe vor der, schon lange vor der Premiere Leute reden gehört oh die bauen da was in der Älste auf und passant in den Stenen bleiben sich das anschauen.
00:07:12: wir gehen einerseits den Weg denen der Off-House geht gehen wir mit in Richtung Theater aber geht auch das Theater gewissermaßen den Weg damit in die Stadt hinein?
00:07:21: Ja,
00:07:21: ganz wichtiger Aspekt.
00:07:22: Wir haben zum Beispiel auch bei den Mitwirkenden eigentlich nicht nur unsere fünf Sparten beteiligt sondern auch die diversen Lion Ensemble, die angeliedert sind an unser Theater wie der Philharmonische Chor, wie das Kinder- und Jugendballett.
00:07:33: und allein schon durch diese Personage sozusagen gehen oder laden wir ein mitzumachen aber nicht nur bei den Proben, wo wir sichtbar sind sondern auch bei den Aufführungen.
00:07:43: Wir sind hörbar, wir sind sichtbaar und erfahrbar.
00:07:46: Es gibt ja auch große Lichtinstallationen die weit zu sehen sind über das Stück hinaus.
00:07:50: Und natürlich ist es ein Weg den wir jetzt auch nicht nur am Aufweißprojekt bestreiten Sondern denken wir an die Mühserie und anderes Wo wir auch immer versuchen in die Stadt hineinzugehen Menschen dort abzuholen An Orten die ihnen vertraut sind um sie eben mit dem Theater zu verschrauben.
00:08:04: Genau, und wir hatten auch die Erfahrung gemacht gerade in den Endproben wo man dann auch schon was Spektakuläres am Kostüm sehen konnte.
00:08:11: Es sind einfach Radfahrer, Jogger, die sind da stehen geblieben und haben gesagt, was ist hier los?
00:08:15: Was passiert da?
00:08:15: Dann hat man das ein bisschen erklärt und dann blieben sie.
00:08:18: Also er hat sich wirklich eine Riesen-Menschtraue gebildet und ich glaube es hat sich auch gut für die Mundsohnpropaganda ausgewirkt an die Stadt hinein und sowas ist ganz positiv und ganz wichtig.
00:08:28: Ja, es ist einerseits ein Thema das sehr tief greift und gleichzeitig ist es ja wirklich auch ein Spektakel.
00:08:34: Also diese Kostüme... Wir haben eine wilde Trike-Fahrt mit dabei, Pyrotechnik hat auch so einen spektaklen Charakter aus meiner Sicht.
00:08:41: Da muss man die Ausstatter mal nennen also Rea Eisensee und Martin Fischer, die das zusammenentwickelt haben, Bühne und Kostümel haben dem Ganzen natürlich auch nochmal einen sehr hohen Showwert mit großen Masten geliefert.
00:08:52: wir haben ja Puppenspieler dabei, wir haben riesige Arme und Hände die mitspielen unsere Objekte, wie eine große Kutsche oder dieses große Trike.
00:09:00: Das war eigentlich unser Ansatz.
00:09:03: Wir wollten schon... Ich sage mal jetzt so ein bisschen salopp ne Show machen, also ein großes visuelles Spektakel.
00:09:09: Aber das sollte es eben nicht nur sein.
00:09:10: Das Ganze hat eine ganz große Tiefe und Ernsthaftigkeit und ist durchaus auch sowas gemeint um sich immer noch einmal wieder zu erinnern warum machen wir das alles eigentlich?
00:09:19: Warum gibt's überhaupt Kunst?
00:09:21: Was ist der Ansatz?
00:09:22: Was is der Mehrwert im Leben?
00:09:24: Was bringt das vielleicht den Menschen die zu uns ins Theater kommen für ihren Alltag auch Natürlich auch einfach Spaß, Unterhaltung, Freude.
00:09:31: Aber es kann eben auch noch sehr viel mehr sein und das wird über den Office eigentlich erzählt.
00:09:35: Er erfährt ja den Verlust seiner Frau, er erfährt die Vergänglichkeit.
00:09:39: Er ist also voller Wehmut sozusagen.
00:09:41: dann kommt aber auch der Wille in ihm was zu machen.
00:09:44: Er begegnet der Allogerie Wagemut.
00:09:46: Er fährt aber alles ist irgendwie auch sinnlos.
00:09:48: Warum ist es so wie es ist?
00:09:50: Er kann es nicht verstehen, er begegnete der Figur der Sinnlosigkeit und er schafft auch die Prüfungen nicht wichtig.
00:09:56: Er versagt, er trifft das Versagen.
00:09:59: die kennen wir alle in unserem Leben.
00:10:00: Wir sind ständig damit konfrontiert und aus all dem zusammen entsteht der Künstler, wahrhaftig, wenn sie auch was mit dem Menschen zu tun hat der es irgendwie durchlitten hat.
00:10:10: Das wird übrigens bei Monteverdi finde ich sehr schön erzählt Wenn er dieses Spiritipossente singt vor dem Karon der Orphais in die Unterwelt begeht.
00:10:18: Er sinkt erst eine ganze Weile und der Karon, der Fährmann ist unerbittlich und lässt ihn nicht erweichen.
00:10:22: aber dann wenn Orphays persönlich wird, wenn er sozusagen nicht nur formelhaft singt sondern wenn er seine ganze Emotionalität reinbringt Dann wird er weich der Karo und schläft ein Und Orphas kann in die unterwelt reihen.
00:10:34: Wir erleben ja auf der Bühne quasi die Welt auch in Alternativen, wie sie auch sein könnte.
00:10:39: Und eben wir sind ja oft so gefangen in unserem Alltag mit den ganzen Aufgaben, die wir zu erledigen haben und den Sorgen und den Pflichten
00:10:46: usw.,
00:10:47: aber das darüber hinaus natürlich die Welt viel größer für ein Selbstsein kann!
00:10:51: Das kann man im Theater erfahren und deswegen lädt Office uns eigentlich jeden Abend zu sich nach Hause ins Theater
00:10:58: ein.
00:10:59: Es ist ja auch so, dass nur in der Oper so ist das die Zeit stehen bleibt.
00:11:03: Also man hat eine Aria und hat eigentlich ein Gefühl was sich dann über drei vier Minuten so hält.
00:11:08: also normalerweise hat mir gefühlt ja relativ schnell dann kommt wieder vielleicht etwas
00:11:11: anderes
00:11:12: aber es ist in einer in einer Opern-Arie bleibt das stabil wird ausgedrückt und wird dann auch erfahrbar wird also auch nachvollziehbar für den deres hört.
00:11:20: das ist eigentlich eine einzige Form die zeit anzuhalten Und das ist eigentlich eine ganz besondere Möglichkeit, deswegen vielleicht auch bei dieser Geschichte spielte diese Orphäusgeschichte in der Oper so eine große Rolle.
00:11:32: Weil da so diese Selbstreflektion und diese Stellen den Ängsten gegenüber und die Möglichkeiten, die man noch hat, die Ängste zu überwinden... Die sind da besonders ausgeprägt und lassen sich besonders gut durch diese Kunstform darstellen.
00:11:46: Es gibt ja auch in der bildenden Kunst Auffalls-Darstellung, aber das ist eben hier ganz besonders klar.
00:11:51: Was viele glaube ich so vielleicht halb unbewusst mitbekommen ist dass der Auffall so Phasen durchläuft, der Trauer die auch so an... es gibt dieses Buch von Frau Kübler Ross in dieser Kübler-Rost, wo man diese verschiedenen Phasen durchläuft.
00:12:05: Also sowas wie nicht wahrhaben wollen das ist ziemlich am Anfang noch.
00:12:08: und dann kommt eine Wut, dann kommt ein Verhandeln irgendwie so was oder auch eine Depression bei der Wehmut, wo es eigentlich schon droht nach der dritten Station mit ihm zu Ende zu gehen.
00:12:19: Und dann kommt eigentlich wahgemut, ich finde es total bewegender Moment
00:12:23: Das Mut
00:12:23: schöpfen?
00:12:24: Ich find' dass ist der entscheidende Wendepunkt.
00:12:26: Er musste da überhaupt erst mal durch.
00:12:27: Wenn man weiß, dass er auch eine Mechanik hat ein Volk hat, den man gar nicht vermeiden kann.
00:12:33: Wiederum sowas antike Schicksal auf das hat?
00:12:36: Dann ist es eigentlich noch besser zu verstehen.
00:12:38: Deswegen denke ich bei all dem Spektakulären was wir bieten an Ausstattung und auch natürlich an fantastischer Musik diese Tiefe bieten wir da an.
00:12:47: Ja die Allegorien nehmen uns ja mit in die persönliche Trauerarbeit von Orfäus und auf seinen Weg Und ja sie nehmen uns mit rein in diese Geschichte als unwirkliche geheimnisvolle Figuren Treffen die Allegorien.
00:13:01: im ursprünglichen Mythos ist das nicht so, dass sie personifiziert erscheinen.
00:13:04: Aber wir treffen die in menschlicher Form an.
00:13:07: zum Beispiel Julia Grombal als den Wagemut oder Lys Schubert die Puppenspielerin als Wehmut verwebt uns wirklich ganz sprichwörtlich in diese Wehmute hinein.
00:13:17: Welche Rolle nimmt diese Allegorienen ein?
00:13:20: Ja, es ist also tatsächlich ein neuer Aspekt, den wir da zugefügt haben.
00:13:25: Es gibt ja ganz viele Arten wie der Mythos erzählt wird.
00:13:28: Sie haben es vorhin bei der Anmoderation ganz kurz zusammengefasst, das ist auch glaube ich das was jeder mit dem Aufweis erst mal verbindet.
00:13:34: Das ja eine der vielleicht bekanntesten Figuren der griechischen Mythologie.
00:13:38: Zeusken vielleicht jeder oder Herr Kulis und aber dann kommt eigentlich auch schon Orphäus.
00:13:42: Und man weiß, das ist der Sänger, der so gut singt kann und er seine Frau verloren hat in die Unterwelt geht und da irgendwie eine Aufgabe hat an der er wascheitert.
00:13:50: So ist so glaube ich so der Kern.
00:13:52: Das ist im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Kern immer weiter verändert.
00:13:57: Die Frau zum Beispiel ist später dazugekommen.
00:13:58: bei den ersten Quellen war Orphais nur der Sanger.
00:14:02: also die gehen ja zurück bis auf die Argonauten sage wann war das tausend oder taunenswalender von Christi?
00:14:07: als Yasun da das Goldene Fließ aus Kolches geholt hat.
00:14:10: Da war er einer der Agonauten und was hat auch für's dort gemacht?
00:14:14: Gesungen, und zwar immer dann wenn die sich gestritten haben.
00:14:16: Wenn die Agonauden streiten, hat auch fürs angefangen zu singen und seinem Gesang diesen Streit befrieben können.
00:14:25: Und er hat es auch geschafft, als das Schiff die Argo in Seenot war so schön zu sehen dass sogar der Sturm sich besänftigt hatte.
00:14:32: Es ist gelingt ihm also das Erzählen.
00:14:34: früheste Quellen.
00:14:35: Also ab sechshundert vor Christus kann man die ersten Quellen zum Orphais lesen Dass durch die Kunst etwas befriedet, etwas zivilisiert, etwas befriedet wird.
00:14:43: Die Allegorien haben wir hinzugenommen um sagen wir mal auf das menschliche zu betonen.
00:14:47: Ich glaube das ist auch der Punkt warum dieser Mythos so bekannt ist.
00:14:50: oder die Figur Auf der einen Seite die Kraft der Kunst, das Initial.
00:14:54: Und auf der anderen Seite aber dieser menschliche Aspekt warum?
00:14:57: Warum scheitert er eigentlich?
00:14:59: also es gibt ja dieses Gebot dass ihr eure Dieke nicht angucken darf wenn er auf dem Weg aus der Unterwelt zurück an die Oberwelt kommt.
00:15:06: Und das macht er auch.
00:15:07: Er geht durch die Unterwelt, hat sie anerhanden, führt es hinter sich her und kommt am Unterweltssee Acheron vorbei, hat den Zerber schon fast passiert, sieht schon die Lichter der Oberwelt vor sich.
00:15:17: und in diesem letzten wahnsinnigen Moment dreht er sich um.
00:15:21: In diesem Moment zwischen Extase und Misstrauen, zwischen Freude und Vorricht zwischen Klarheit und Irrsinn dreht da sich um und schaut sie an Nur in ihren aufgerissenen Augen diese große Frage, warum?
00:15:36: Warum tust du mir das an?
00:15:37: Eure Dicke entschwindet.
00:15:38: Ihr Geist geht ganz in die Tiefen der Unterwelt zurück und Office steht alleine an der Pforte der Unter Welt.
00:15:44: Und wir fragen uns, warum hat er ihr das angetan?
00:15:45: Warum hat es nicht geschafft?
00:15:47: Er ist ein Mensch!
00:15:48: Er ist keine Maschine.
00:15:49: Er kann...er funktioniert nicht rational.
00:15:51: Er hat es in dem Moment nicht mehr ausgehalten ihre Fragen hinter sich zu hören Diese Klage, diese Sehnsucht sie anzuschauen und hat sich umgedreht und hat alles verloren.
00:16:00: Es ist so spannend, weil da ist ja alle Dimensionen menschlichen Scheiterns eigentlich schon eingeschrieben in diesen kleinen kurzen Moment.
00:16:06: Also einerseits dieses Unnötige... Auf den ersten Blick ist das Scheitarn ja eine unnötigere Sache und andererseits aber auch das unausweichliche.
00:16:14: Unausweicherlich!
00:16:15: Und das ist auf dieses.
00:16:17: Dieses Gebot ist ja auch so unerfüllbar eigentlich.
00:16:20: Also er soll sie zurückbringen, da sagt man erst mal wenn er gut kann ja nicht so schwer sein.
00:16:23: also er ist reingekommen der wird er wohl wieder raus kommen.
00:16:26: und die die halbe Stunde oder wie lange das dauert um unterwärts rauszukommen wird es ja wohl schaffen.
00:16:31: aber eben der menschliche Faktor ist dabei eben berücksichtigt oder gerade berücksichtig, das ist ja so ein Göttergebot.
00:16:39: Bei uns ist es die Sinnlosigkeit, die dieses Gebot ihm stellt.
00:16:42: Ist ein sinnloses Gebot?
00:16:43: Was soll dieses
00:16:44: Gebot?!
00:16:45: Es führt ihn eigentlich nur dazu scheitern zu müssen!
00:16:48: Man kann das oft lesen bei diesen griechischen Tragödien, dass diese Göttern Gebote auf solche sinnlosen Aufgaben stellen und sie stehen dann glaube ich sozusagen in der Mythologie für das was wir einfach nicht begreifen in unserem Leben.
00:16:59: Warum ist das so?
00:17:00: Warum müssen wir das machen?
00:17:01: Und wir verstehen's nicht und könnens weil wir jetzt immer versuchen zu verstehen auch gar nicht erfüllen, weil eigentlich egal was wir machen, machen wir es immer falsch.
00:17:08: Und Handeln macht irgendwie immer schuldig an dem, an dem man gerade nicht gehandelt hat oder so.
00:17:13: Also durch jeder Entscheidung die wir uns treffen wird's eigentlich immer noch schwieriger und deswegen kann er dieses Gebot nicht erfühlen und das macht ihn aber letztlich auch wieder so nahbar, so menschlich.
00:17:22: Wir wollten eben mit diesen sechs Figuren, diesen sechs Allegorien diese ganzen Aspekte einmal ausleuchten.
00:17:27: Er trifft in jeder Station auf einen dieser Aspechte und erfährt zum Schluss wenn er Eure Dicke also wieder verloren hat dass all das immer er ist Das Vergnügen bei der Hochzeit am Anfang die Hochzeite Die hohe Zeit Wenn er mit seiner geliebten Euridike zusammen ist Und alles ist glücklich wird unterbrochen von der Vergänglichkeit ist endlich wir alles im Leben und so weiter.
00:17:54: Und er trifft dann von einer Allegorie auf das nächste, und er begreift zum Schluss all das sind keine externen Dinge die passiert alles in ihm es hat ja die ganze Zeit drin.
00:18:03: Und in dem Moment wo er es begreift entsteht ein Weg sozusagen daraus was zu machen daraus Gesang zu machen.
00:18:10: Er hört dann eine Stimme bei uns Das ist also der Kaliope Also der Muße-Kaliope Die in der Mythologie seine Mutter ist und er folgt Dieser Stimme.
00:18:19: Er sieht diese ganzen Allegorien begreift, dass das alles immer nur er ist und dieser Muse führt ihn dann zu Musentempel.
00:18:25: Ja, vielleicht hat
00:18:26: es Interessante an diesem Projekt dieser Wanderung, dass wir den Eindruck haben, wir sind ausgeliefert in diesem Geschicksal wenn wir ihm folgen, merken aber dabei nicht, dass alle Erfahrungen sind die wir machen, die wir benötigen um nachher diesen Weg zur Kunst zu finden.
00:18:43: Das wissen wir nur am Anfang nicht und das ist vielleicht faszinierend.
00:18:47: und ich muss sagen, da war bei mir spätestens irgendwann in den Endproben in diesem Musenheim mir klar, wo es ja auch sehr archaische Klänge gibt, kommen wir gleich nochmal drauf.
00:18:56: Herr Kunzer hat die Musik geschrieben Es war acapella, es war sehr geheimnisvoll mystisch.
00:19:03: aber dann merkt man, da ist eine Initiation Da kommt jemand der hat alles durchlebt Und er brauchte das als Voraussetzung um dahin zu kommen.
00:19:11: Und das weiß man am Anfang, aber nicht und währenddessen auch noch nicht!
00:19:14: Insofern ist es eine Lebensreise, die man dann rückwärtig betrachtet aus diesem Aspekt der Reifung sieht – ich fand das so gerne so
00:19:23: haut.
00:19:24: Das finde ich eine spannende Frage.
00:19:26: Genau bevor Orpheus von den Musen zum Künstler gekürt wird, scheitert er?
00:19:33: Also
00:19:33: dass es als Künstlerin diesen Erfahrungsschatz braucht, dieses Leid... dass man daraus was schöpfen kann.
00:19:41: Die Freude, die Hochzeit das Vergnügen all diese Emotionen.
00:19:46: Das finde ich sehr nachvollziehbar.
00:19:47: eine super spannende Frage finde ich das Scheitern.
00:19:51: also braucht es dann auch dieses Scheittern um gute Kunst zu machen.
00:19:54: Also erstmal würde ich sagen, Scheitern gehört zum Menschsein dazu.
00:19:58: Und die Kunst wird ja nun mal von Menschen gemacht, das gehört ja... Man kann Orphus vielleicht auch als eine Art gesteigertes Mensch sein im nie schissen Sinne der Sehen lesen also dass der Mensch ist ja nicht mehr eingebunden in die Umgebung seines Seins sozusagen.
00:20:15: Also wir alle sind ja herausgerissen, also wenn man beim biblischen Bild bleiben will auch als wir aus dem Paradies da irgendwie vertrieben wurden aus dem animalischen Urzustand des Einseins mit sich und seiner Umgebungen das haben wir nicht mehr.
00:20:28: Wir fragen immer was ist los?
00:20:29: Warum ist es so und müssen uns entscheiden wie reagieren wir?
00:20:33: Kontext von Reflex oder Reiz und gegenreize und so weiter.
00:20:37: Ein Großteil jedenfalls weg, und machen uns unsere eigene Wirklichkeit und die Probleme, die damit dann zu tun haben.
00:20:44: Und daraus entstehen diese ganzen Themen eben dass wir auch ständig dran scheitern an der Wirklichkeits- und die ganz große Sehnsucht dort irgendwie wieder hinzukommen in dieses Paradies.
00:20:53: Aber das Paradies ist eben Verschlossen, wir kommen da nicht mehr hin.
00:20:56: Da steht der Kerub mit flammendem Schwert davor und wehrt uns ab.
00:20:59: Und deswegen versuchen wir immer irgendwie so Hintertürchen, ob es noch einen Hintereingang ins Paradies gibt.
00:21:05: Eine ziemlich große Hintertüre ist eben Kunstmusik, Theater ... wo man über diese, sagen wir mal eine emotionale Annäherung an Themen, für die man oft gar keine Worte hat.
00:21:17: Man kann ja über Musik so schlecht sprechen und über Strukturen sprechen aber das ist es ja nicht.
00:21:22: Es gibt ein ganz tiefes Wesen was da drin ist in der Musik.
00:21:26: Das verschließt sich der Sprache.
00:21:29: Das ist eigentlich paradiesisch.
00:21:31: also wir versuchen mit mit diesem Kontext der Musik vielleicht auch ein bisschen unserer dieser Endlichkeit, des Bewusstseins.
00:21:38: Dass unser Wirkungskreis begrenzt ist und dass wir ihn nie ausschöpfen können zu umgehen indem wir eben über Kunst diese Anbindung wiederfinden.
00:21:49: die Musen übrigens sind in der Mythologie die Figuren zwischen den Göttern und den Menschen vermitteln.
00:21:55: also jetzt mythologisch, außer noch nach Vorgeneration der olympischen Götter.
00:21:59: Also das sind ja Uranus und wer ist?
00:22:01: Mnemo Syne ist die Mutter der neuen Musen.
00:22:04: Und sie hatte neun Nächte mit dem Göttersvater Zeustern später verbracht.
00:22:08: da sind die Neuen Musen dann daraus entstanden.
00:22:10: Und Mnemosyne ist eine Erinnerung damit zu tun, dass wir uns in einer Art Urzustand versuchen zu erinnern durch die Kunst.
00:22:20: Die erste und wichtigste Muse ist Herr Kalliope, die dann die Mutter des Opfers ist – also wenn man so will das Mnemo-Sühne die Oma von Opfels hat!
00:22:29: Und deswegen ist die Erinnerung an etwas... etwas, was vor allem noch war.
00:22:34: Noch vor den olympischen Göttern bevor wir angefangen haben Geschichten zu erzählen ist dieser animalische Urzustand des Eins.
00:22:40: und daran sozusagen aus einer ja sagen mal mythisch animale nicht mehr greifbaren Vergangenheit können wir mit der Musik irgendwie wieder in Kontakt kommen über die Gegenwart in die Zukunft und zu orientieren.
00:22:51: Ja, vielleicht in dieses biblische Bild nochmal aufzugreifen?
00:22:53: Also die Vertreibung aus dem Paradies hat ja nichts mit Sexualität oder so zu tun, sondern sie hatte das damit zu tun dass
00:23:00: von der Frucht
00:23:01: gegessen wurde vom Baum der Erkenntnis des guten
00:23:03: Riosen
00:23:04: Und das ist ja ganz klar.
00:23:06: In dem Moment beginnt der Mensch zu differenzieren, zu fragen und er kommt durch die Differenzierung, durch das Fragen heraus aus diesem Urzustand und er kann nicht mehr zurück.
00:23:16: Alles was wir denken ist immer nur in Paaren oder in Differenzierung und damit mit diesem Denken beschränken wir uns und die Kunst – und insbesondere würde ich schon sagen die Musik aber nicht nur, also eigentlich die Kunst generell eigentlich hat die Chance sich sozusagen da dadurch einen anderen Weg nochmal zu gehen, wo dieses Ja, dieses Vertick, diese ständige Fragen in Differenzierungen nicht so greift.
00:23:39: Ja, und da öffnet sich manchmal wie so ein Spalt in so eine ebige Behaftigkeit.
00:23:44: Und das haben wir hier natürlich auch... Das wäre jetzt natürlich eine elegante Überleitung mal zur Musik zu kommen.
00:23:50: Genau, das wollte ich jetzt auch machen.
00:23:51: Vier-hundert
00:23:52: Jahre Musikgeschichte stehen.
00:23:53: Und da sind ja wirklich ganz große Schönheiten dabei!
00:23:55: Es ist tatsächlich genau, also kann man sagen von den Anfängen als die Oper... Wir sprechen jetzt eigentlich von der Operngeschichte vor allem nicht?
00:24:00: Die Oper hat angefangen in Florenz mit der berühmten Florentina Camerata.
00:24:04: Das war so einen gelehrten Kreis die sich nichts weniger eigentlich auf die Fahne geschrieben haben, als die Auführungspraxis der griechischen Tragödie neu zu erfinden.
00:24:14: Es ist davon ausgegangen, dass damals so pathetisch sozusagen recitiert wurde, dass es eigentlich ein Gesang war und hat dann das nennt man Monodii, so accordgestützten... Deklamatorischen Gesangen erfunden.
00:24:27: Das waren so die ersten Kommunisten Peri, Katschini und der Stoffa-Aufhäus.
00:24:31: Das war doch wirklich sehr sprachlastig.
00:24:32: also man hat das wirklich nur als angedeutet in Gesangen.
00:24:36: Deswegen war auch die Begleitung so sparsam, damit das überhaupt gehen gab.
00:24:39: Damals ein Riesenstreit, ob sowas überhaupt erlaubt ist.
00:24:42: Es gab also die Vertreter der sogenannten Prima-Pratiker, also der ersten Kunst, die haben gesagt nein, es muss alles Polyfon sein man darf kein Wort verstehen, die Hauptstimme sind Tinoir und so... Also das war damals so.
00:24:52: die eine Partei und die andere Partei hat gesagt Nein, nein!
00:24:54: Das ist der Mensch, dass das Neue auf einmal kommt, auch die menschliche Stimme höherbar nach oben.
00:25:00: Die Entstehung des Sopran sag ich mal.
00:25:02: Der Oberstimme, die nur begleitet ist.
00:25:05: ja plötzlich andere Stimmen degradiert, da entsteht eine Hierarchie.
00:25:09: Aber warum?
00:25:09: Damit der Mensch spricht!
00:25:11: Nun hatten wir die Renaissance – das ist natürlich mit Michelangelo und so weiter.
00:25:14: aber es fängt aber Jotto irgendwo an dass der Mensch langsam in den Mittelpunkt drückt.
00:25:18: Die Zeit als etwas Vergängliches wird thematisiert und das Individuum, das sich bewegt in dieser Zeit wird themiatisiert und der Raum indem er sich bewegen
00:25:26: kann.
00:25:26: Das ist also auch eine Subjektivierung.
00:25:28: Wir kommen eigentlich dahin In die Moderne.
00:25:31: Man geht ja im Prinzip so von einer Meta-Ebene in die persönliche Ebene hinein und Monteverdi's auf Feo ist doch dann eigentlich das Werk, was die Gattung Opa als solche auch legitimiert hat oder?
00:25:43: Also Monteverdy gilt so als vielleicht die erste Opa mit Alben, was dazugehört da gibt es also Ariose Zusammenhänge, da gibts Ballette, da gibt´s Köhre, da gab´s ganze Szenen & Ensemble.
00:25:54: Und das beginnt mit dieser berühmten Toccata in Cedur hat jeder irgendwann schon mal gehört und das ist für uns auch das Signal.
00:26:01: Damit beginnen wir auch unseren Weg des Offers, hier beginnt jetzt etwas Neues.
00:26:06: Aber es ist richtig dass ein paar Jahre vorher Amperi und Katschini ihre Opern schon geschrieben und deswegen sollen die auch erklingen.
00:26:12: also Wir haben in der ersten Station auch eben den Peri dabei und da spannt jetzt über zehn stationen Bis sozusagen bis zur uhrerführung im Musentempel ist eine musikalische Uherführung über vier Jahrzehnte dem Bogen, den musikalischen.
00:26:25: Wir haben es gleich am Anfang und das ist ja in der Operngeschichte dann auch irgendwie fast klischeehaft immer weiter so geblieben, gab es Intrigen.
00:26:36: Gleich schon am Anfang ging das Geschacher rum, wer sich da durchsetzt?
00:26:39: Also mit der ersten Oper kam auch das Operntrag.
00:26:42: Ja Herr
00:26:46: Kunze, Sie haben ja auch selbst komponiert für das Stück...
00:26:49: Das ist
00:26:49: dann die Urführung sozusagen.
00:26:52: Nämlich die Musengesänge!
00:26:53: Die haben sie selbst geschrieben was wir Klänge begegnen uns denn da und was hat sie persönlich dazu inspiriert?
00:26:59: Naja es sind neun verschiedene Musen die aber gemeinsam eine Art Klangteppich entwickeln.
00:27:04: Jede singt etwas anderes und jede wird auch erst hörbar wenn Orphäus und wir Zuschauer bei der entsprechenden Muse sind.
00:27:10: Es gibt zum Anfang die Kaliope, die ihn einlädt ihr zu folgen und er transformiert auf dem Weg durch die neuen Musen vom Menschen sozusagen zum Genius.
00:27:20: Das ist also die Figur, die bei uns auf dem Theater sitzt dieser goldene Engel in dem er immer ein goldenes Attribut bekommt.
00:27:27: das ist ein Mantel, das ist eine Spiegel, ein Lorberkranz usw.. Und die Musen singen entsprechend ihrer.
00:27:35: Jede Muse hat ja so eine gewisse Zuordnung, da gibt es also Clio beispielsweise.
00:27:40: Das ist die Muse der Geschichtsschreibung oder Euterpe, die Mose der Lyrik usw.
00:27:46: Talia ganz wichtig, die Festliche, die Muse der Komödie und usw.. Und jede gibt ihm ein Attribut und sinkt aber auch entsprechend ihrer... Zuordnungen, Texte und Musik.
00:27:58: Also jetzt rein kompositorisch ist es ein bisschen aleatorisch.
00:28:01: also jeder Muser hat einen Klangmaterial.
00:28:04: insgesamt entstehen so Klänge die Changieren zwischen Dua und Moll
00:28:09: und das sind noch kleine Anekdote am Ranta Wie das immer so ist, man hat dann für's Programmherbst halt ein bisschen Not.
00:28:15: Was schreibt man jetzt da hin?
00:28:16: Also das hatte gar kein Titel.
00:28:18: und dann habe ich aber gesagt, ich muss ja irgendwas hinschreiben!
00:28:20: Und dann hab' ich Musengesänger einfach geschrieben... ...und was
00:28:22: passiert?!
00:28:23: Die ganze Presse greift das auf!
00:28:25: Kein grundsätzlich Musengesänge!
00:28:26: Ich musste im Nachhinein erlangen, ich hab den Titel irgendwie gegeben... weil ich es dann einfach brauchte und ich hoffe, sie sind damit zufrieden.
00:28:36: Also das ist noch ein kleiner Spaß am Rande wie das auch so entsteht.
00:28:39: Das war kein Progress, solche Dinge entstehen manchmal spät.
00:28:42: Und da war das alles schon fertig.
00:28:44: Ja, da
00:28:44: sind die neuen Frauen von unserem Opernchor, die es wirklich toll singt.
00:28:49: Es ist sehr schwer, denn es gibt keine Referenz-Töner, es ist Akapella alles.
00:28:52: Und jeder, wie gesagt, sinkt individuell.
00:28:54: Das ist zwar insgesamt klingtes wie ein kirchischer Zusammenhang aber trotzdem ist jede Individuelle darin also mit sehr großem klanglichen Vorstellungsvermögen und gutem internationalen Kontakt zu den anderen.
00:29:06: So
00:29:07: einfach ist es nicht.
00:29:07: Also wenn man die Noten sieht... Was schön ist, wie das aufgebaut ist.
00:29:12: Die Musen stehen sozusagen wie Statue in ihrer selbst jeweils dann auf Podesten.
00:29:18: In diesem Weltchen also dass sozusagen zum Theater führt und das ist wirklich so ein Musenheim.
00:29:24: Das ist wirklich wie man es in der Antike kennt aus Olympia oder aus Delphi zu einem Baumgarten wo dann diese Musen... Es ist eine Tollatmosphäre.
00:29:32: Ja, ein tolles Klangerlebnis!
00:29:33: Es hat wirklich was sehr räumlich Dadurch, dass man sich weiter bewegt und sich damit der Klang immer verändert.
00:29:39: Ja also Orphäus schreitet dann durch den Musenhain und wird dann sehr feierlich am Theater empfangen mit einem Orchester, allen Mitwirkenden die da noch mal auftauchen und ihm die Tür öffnen.
00:29:52: Man hat auf ihn gewartet sozusagen!
00:29:54: Und wenn wir uns jetzt die Reise zum Künstler hin anschauen und überhaupt diese Geschichte des Werdens ist das nicht ein sehr privilegierte Orphuis?
00:30:03: Die Figur des Orphais
00:30:06: Die Figur des Orphäus geht ja erst mal durch diese Tiefe und wird zum Künstler.
00:30:11: Und in der Weg des Orhäus wird er ganz feierlich am Theater empfangen mit ganz viel Pomp, auch mit einem kleinen ironischen Augenzwinkern glaube ich!
00:30:19: Das Stück beginnt mit einem Fest und es endet mit einem fest.
00:30:21: Zum Antwort ist das Individualfest der Hochzeit, also da ist auch das ganze Ensemble schon beteiligt und am Ende ist mir das ganze ensemble beteiligend mit dem Orchester Wiedergroßorchester Offenbach.
00:30:33: übrigens wird dort gespielt.
00:30:34: Und was am Ende passiert?
00:30:36: Es löst sich sozusagen die Theateraufführung hin zu einem gemeinsamen Erlebnis.
00:30:44: des Theatralenfest ist mit den Zuschauern, denn ein Fest kann man nur feiern.
00:30:49: Mit Gästen und diese Einladung zum Theater fest können wir aussprechen.
00:30:54: Feiern können wir es nur wenn die Menschen auch kommen, wenn sie der Einladungen folgen.
00:30:57: Und das sagt eigentlich dieses Ende auf.
00:30:59: also wie ja Orphäus.
00:31:01: Es gibt dort eine Figur des dieser Karon, den wir schon auf dem Flos über der Elster erlebt haben, der ihn gewarnt hat gesagt.
00:31:07: Wenn du als Sterblicher da reingehst, das wirst du nicht schaffen Es hat vor dir auch noch keiner geschafft.
00:31:12: Es gibt übrigens wirklich, also Hercules natürlich war in der Unterwelt T-Sauce war in einer Unterwelt sind viele eine unterwerbe.
00:31:18: es ist nie wieder einer rausgekommen außer die beiden.
00:31:20: Sisyphus war einmal kurz wieder draußen musste aber wieder zurück und nur Orpheus.
00:31:23: Also es gibt keine kaum jemanden das jemals geschafft hat und daran gemahnt ihn der Karon.
00:31:30: Aber Orpheus hat's sehr geschafft.
00:31:33: Er hat, sagen wir mal diese Erfahrung nutzen können um zum Künstler zu werden.
00:31:36: Und deswegen ist es wieder die Schwellenfigur und dieser Schwelle mit der dieser Karon ihn jetzt begrüßt ist sozusagen die zwischen wenn man so will unserem Alltag und der Kunst oder dem Theater.
00:31:46: er sagt okay Orpheus du hast meine Warnungen missachtet!
00:31:50: Du bist ihnen nicht gefolgt und du hast gut daran getan dass du nicht ge folgt bist denn sonst hättest du diese Erfahrungen nicht gemacht sonst wären wir jetzt nicht hier.
00:31:58: und deswegen können wir Individuellen Problem und unseren ganz individuellen Ansichten für die Welt usw.
00:32:10: zusammenkommen können im Theater diese zwei, drei Stunden gemeinsam nicht nur einen physikalischen Raum sondern einen gemeinsamen emotionalen und mentalen Raum teilen.
00:32:21: dazu lädt Office uns eben ein.
00:32:22: es gibt ja gar nicht mehr so viele Orte wo wir das als Gesellschaft überhaupt noch schaffen uns auszuhalten.
00:32:26: also mal so drei Stunden wenn er so fünfhundert Leute in einem Raum sitzen und gemeinsamen Schreck kriegen oder gemeinsam bewegt sind, oder gemeinsam lachen.
00:32:35: Dann hat das auch das was unheimlich Vergemeinschaften ist und was unheimlich Befriedenes.
00:32:40: Und das soll eigentlich dieses fest sein.
00:32:41: lasst uns bei all dem was uns vielleicht trennt Was uns auseinander treibt für die drei stunden mal versuchen zusammen zu sein und Zu verstehen dass wir doch alles irgendwie menschen sind.
00:32:51: Auch wenn wir sozusagen unterschiedlich sind sind wir in der wertigkeit Gleich sind wir als Gemeinschaft viel stärker, als wenn wir uns vereinzeln.
00:33:00: Und das soll eigentlich dieses gemeinsame Feiern zum Schluss sein.
00:33:03: Da wird auch immer mit gesungen weil es kennt jeder den Concorde.
00:33:08: Sie sehen die Zuschauer auch immer alle mit und klatschen mit.
00:33:11: Das ist auch gemeint, dass sie mitklatschen.
00:33:13: Es ist gewollt also dass die Zuschacher mit dem Darstellenden zusammen sozusagen an diese Schwelle auflösen.
00:33:20: von Wir haben jetzt ein Stück gesehen Teil oder ein Teil des Stückes mit in unseren Alltag hinüber und das hilft uns vielleicht auch besser durch den Alltag hindurchzukommen.
00:33:30: Blicken wir mal nach Innen ins Theater, ich kann mir vorstellen dass es auch für unsere fünf Spaten und für alle Beteiligten der Gemeinschaftsstiften der Erfahrung war.
00:33:40: wie haben sie?
00:33:40: Wie habt ihr das erlebt?
00:33:41: Vielleicht nochmal kurz ergänzt dazu Wir erleben uns im Theater sowohl als Macher, also in unseren Sparten auch als Besucher, als Analog.
00:33:51: Das heißt Menschen sind analog die werden nie digital so und wir werden aber von dieser digitalen Welt so unglaublich überformt zurzeit dass man gar nicht dem entweichen kann.
00:34:00: jetzt kommt noch die KI massiv dazu Die Theaterkunst kommt unter das aus.
00:34:05: Wir erleben uns wirklich als Menschen Und ich glaube das ist etwas was immer wichtiger wird.
00:34:09: Ja und wir sehen uns eigentlich danach.
00:34:11: Wir
00:34:11: sehen uns
00:34:12: nach dieser Resonanz letzten Endes zwischen uns und der Welt.
00:34:17: Ich glaube, das ist unsere Zukunftsrezept.
00:34:20: Wenn wir das weiterverfolgen und daran glauben, dann wird das offen alle viele ein Erfolg sein für das Theater weiterhin weil die Menschen werden diese
00:34:27: Sehnsucht
00:34:27: haben.
00:34:28: Das war jetzt noch mal die Ergänzung, die ich dazu sagen wollte.
00:34:31: aber das erleben wir alles bei diesem Weg des Orphäus und auch auf dem Weg.
00:34:34: also man ist ja zwischen den Stationen ist ja dann manchmal nichts und dann hat man so eine Minute zwei Minuten Zeit und da gibt es einen ganz großen Austausch.
00:34:42: Die Leute reden miteinander und fragen sich etwas.
00:34:45: Es ist ein Gesamt.
00:34:46: Kunstwerk
00:34:47: kann man sagen.
00:34:48: Die Natur war dabei, wir hatten auch Glück!
00:34:50: Wir hatten nicht nur Glück sondern auch Glück mit dem Wetter.
00:34:55: Hoffen wir darauf, dass es wieder so sei?
00:34:56: Ja ja
00:34:57: aber auch schon bei den Proben haben wir großes Glück gehabt.
00:34:59: Aber nun wollen wir das jetzt vielleicht nicht nur verklären und mythisch überhöhen.
00:35:02: Das hat uns vor viele Herausforderungen gestellt und viele Sachen waren auch nicht so kalkulierbar also akustisch.
00:35:08: Wie funktioniert das eigentlich?
00:35:09: Wir haben da zwar ein paar akustische Tests vorgemacht... ...aber bis zuletzt mussten wir dann immer doch noch ein paar Mikroports und da noch einen Lautsprecher, da noch ein Scheinwerfer.
00:35:16: Es gab also jetzt nur um eine Sache vielleicht kurz mal darzustellen.
00:35:21: Julia Kompall haben sie schon angesprochen, kommt auf den Motorrad oder zum großen Trike angefahren... Als Wagemut!
00:35:26: So wenn man mit einem Trike fährt braucht man laut Straßenverkehrsordnung ein Helm.
00:35:31: Die brauchen also einen Helm!
00:35:32: Oh das geht nicht mit den Haaren?
00:35:33: Ja und wir hatten aber für Sie vorgesehen so einer großen roten Turm als Haar, so ein Hartturm riesiger Frisur.
00:35:40: die musste also auf den Helmen appliziert werden ging dann auch, nur die hört nichts mehr.
00:35:44: Also wenn sie den Helm aufhat, hört die die Orchestermusik nicht mehr und singt eine extrem anspruchsvolle gerade zu akrobatischer Kolortur-Arien von Haydn.
00:35:54: also haben wir ihr solche Kopfhörer in ihr Kopfhörper in den Helmen noch irgendwie einarbeiten müssen.
00:36:00: und da hat sie denn als Orchester gehört, dann musste man... Dann hat sie sich nicht gut gehört sondern nur das Orchester, da musst du wieder ihre Stimme mikrophoniert werden dass dir auch darauf gespielt werden kann.
00:36:09: und solche Sachen sind grade bei Arjen wie die immer so ein bisschen anders sind, auch immer ein bisschen formabhängig wie die Sängerin gerade so disponiert ist oder wie die Impulse so kommen.
00:36:18: Da folgt eigentlich den Dirigent immer.
00:36:20: Das konnten wir in dem Fall nicht machen, weil es keinen Kontakt gab.
00:36:22: also es gab eine feste Musik und sie musste sich sozusagen dort immer wieder mit der gleichen, mit dem gleichen Tempo, mit den gleichen Phrasierungen reinfinden.
00:36:30: Und das ging nur weil wirklich viele sehr, sehr ungewöhnliche Schritte mitgegangen.
00:36:33: Die hat das fantastisch gemacht.
00:36:34: die Julia oder Kai Beferl der Arieach.
00:36:37: Ich habe sie verloren im Brunnen singt also im Wasser.
00:36:41: Ja und manchmal wird es natürlich auch kühl.
00:36:43: Naja, das geht.
00:36:44: Der hat einen Neoprenanzug unter seinem Faktor an.
00:36:46: Das kriegt man gar nicht so mit wenn man das nicht weiß aber da ist schon vieles im Hintergrund was läuft.
00:36:51: also das ist schon eine logistische Leistung und wir mussten ja auch... Wir sind hier im öffentlichen Raum!
00:36:56: Wir mussten das ja auch so machen dass dann nachts irgendwie mit den Dingen die stehen bleiben dass es nicht kaputtgeht oder irgendwie... Also wir musten Wachschutz haben und
00:37:03: sowas... Wach-Schutz?
00:37:03: Wir haben auch Sanitäter dabei falls jemandem etwas passiert.
00:37:07: Im Hintergrund ist unheimlich viel.
00:37:08: Wir brauchen jetzt sehr viele Genehmigungen.
00:37:10: vielen Dank an der Stelle nochmal in die Stadt für die gute Zusammenarbeit.
00:37:12: alles so geklappt hat, ohne dass wir zu einem Projekt gar nicht realisierfähig.
00:37:16: Und also der Hauptteil, nachdem es einmal fertig konzipiert war, war eigentlich Logistik.
00:37:21: Wie befältigt man dieses logistische Monstrum?
00:37:24: Da muss ich zugeben, da habe ich also vierzehn Tage vor der Premiere noch nicht geglaubt.
00:37:31: Jetzt weiß ich das Theater Albuquerra ist in der Lage dazu, so was
00:37:34: dann doch noch zu rücken.
00:37:35: Man hat auch
00:37:36: gefühlt, dass gesamte Theater auf den Beinen gewähnt
00:37:40: war.
00:37:40: Es sind neunzig Kinder beteiligt.
00:37:43: Die sind nicht alle in jeder Vorstellung weil es Vorschriften gibt, die nur eine bestimmte Anzahl von Tagen pro Woche arbeiten können.
00:37:49: und da wir uns sweet gespielt haben, hat immer abwechseln sie an.
00:37:52: Einmal die Gruppe aus Gera, einmal die Gruppen aus Altenburg gespielt waren immer so ungefähr um die Fünfzig beteiligt pro Vorstellung.
00:37:57: Ja logistische Meisterleistung...
00:37:59: Also aber die Zuschauer wie sie sich darauf eingelassen haben das gehört natürlich auch zu!
00:38:02: Das war ja auch nicht kalkulierbar.
00:38:03: Schafft mir dass diese zwei Hundert Leute die wir dabei hatten unter Kontrolle zu halten oder haben wir da irgendwie Verluste?
00:38:09: Oder gibt es da Leute die vorspoten oder wie läuft das eigentlich?
00:38:13: Und das wir als Gruppe immer gut zusammen bleiben, weil sonst können wir die Station nicht gut bespielen.
00:38:18: Und dann spielt natürlich der Aspekt den haben wir noch gar nicht berührt, weil man jetzt denkt man ist also tiefschürfen und so traurig?
00:38:23: Nein es spielt komik!
00:38:24: Eine ganz große Rolle und unter anderem...
00:38:26: Und Ironie auch nicht
00:38:27: wahr?!
00:38:27: Also ich habe schon öfter mal so ironische Augenzwingern erlebt.
00:38:31: Also ich denke beim Zabros ist es auch alle für lesenswitzig mit dem Wurf und so.
00:38:36: Und Sisyphus vor allem natürlich.
00:38:38: Und natürlich Sisyfus dann mit sächsischem.
00:38:41: Das war natürlich auf alle Fälle ein Highlight, weil man denkt jetzt ist man wirklich am Tiefpunkt.
00:38:45: Jetzt kommen also die Furien und jetzt wird man in die Folterkammer Genau.
00:38:49: Und beim Sisyphus ist es natürlich besonders toll, das ist natürlich köstlich wie er also dann rebelliert und ich habe mich jedes Mal weil er improvisiert ja auch bei Johann Spitzonka jedes mal weggeschmissen verlachen, wenn er gesagt hat nicht schon wieder... Der Ball
00:39:06: dann
00:39:09: wieder runter
00:39:09: fällt!
00:39:09: Man sieht halt vorher diese ganzen verdammten Sisyphus einer davon und all die anderen die man auch so kennt.
00:39:15: und dazu wird eine sehr harte Gothic Metal Musik gespielt von einer Band Die nennt sich auch fürs Omega.
00:39:20: Ach, auch
00:39:21: noch her!
00:39:22: Ne, den Australia
00:39:22: Band.
00:39:23: Also das haben wir glaube ich noch gar nicht oder?
00:39:24: Haben wir es schon gesagt in der Form also es kommt wirklich den ganzen Abend nur... sozusagen auffische Musik, also Musik die im Zusammenhang mit Orpheus entstanden ist.
00:39:31: Sind alles opernd durch die Musikgeschichte und Orpheus taucht er immer wieder an so markanten Stellen auf.
00:39:36: Immer wenn in der Musikgeschicht, in einer Operngeschichte was passiert?
00:39:39: zum Beispiel die Reformoper von Gluck.
00:39:41: nachdem sich die Oper es mehr Informalismus erstarrt kommt Gluck und macht wieder ganz neue Art von Musik.
00:39:46: oder offenbar erfindet die Oper rette mit dem Auffheus-Mütterl Und diese Band ist eigentlich nur deswegen drin weil sie heißt halt Auffeuss Omega.
00:39:54: Er macht ganz wirklich sehr harte Metal-Musik und die begleitet diese Verdammten in ihren Qualen.
00:40:00: Und dann bricht das ab, und dann kommt dieser lächerliche Offenbachmusik... Ja, und der Johannes Pizonka spricht dann die... Zuschauer auch an, der beleidigt eigentlich alle die ganze Zeit jetzt halt auf so blöd hier rum zu gucken und so.
00:40:12: Du bist so eine Null hier.
00:40:16: Die Fallhöhe ist sehr schön finde ich.
00:40:18: Vorher ist man aber weil es mit Feuer.
00:40:20: das ist ein bisschen... Ich will sie sagen.
00:40:23: Schönen Bild.
00:40:23: Aber so eine Atmosphäre mit unheimlich martialischer Musik und Feuer und Farbe und Licht.
00:40:29: Das war zu eindimensional.
00:40:31: Das müssen wir noch ein bisschen brechen nochmal mit sowas.
00:40:33: Und das ist dann wirklich auch ein Highlight des Abends.
00:40:36: Es bleibt Kunst.
00:40:37: Also es ist nicht irgendwie nur so eine Platte Darstellung dessen, was man sich vorstellt sondern das ist nochmal gebrochen und man hat noch mal ne andere Ebene.
00:40:43: Ja wir haben jetzt schon über Musik gesprochen.
00:40:45: Was ist denn Ihr musikalisches Highlight?
00:40:48: Jetzt gibt einer Aria von Reinhard Kaiser da drin.
00:40:51: Das ist also ein Komponist der dürfte nicht so präsent sein Der ist hier ganz aus der Nähe Nämlich aus Teuchern bei Kreitz oder wo liegt er's?
00:41:00: Ja bei
00:41:00: Zeitz oben
00:41:01: Bei Zeitz Das ist noch
00:41:02: vor der A-Neuen Also gar nicht soweit.
00:41:04: Und Reinhart Kaiser war Impressario in Hamburg, ich glaube von vier bis sieben oder acht?
00:41:11: Ja ja.
00:41:12: Zurzeit als Händel da als junger Mann auch war?
00:41:14: Genau.
00:41:15: Händlerad hat bei Kaiser am zweiten Pulten den zweiten Geigen gespielt und sehr viel sich abgehört von Reinhard Kaiser.
00:41:22: Allerdings auch so einer der mit extremen Mittelauffand immer gearbeitet hat.
00:41:26: Seine Bühnschoß waren so groß dass die Hamburger Oper Bankrott gegen Telemann das dann übernommen und wieder gerichtet.
00:41:31: Aber all die Zeitgenossen haben gesagt, das ist der größte Opern-Komponist unserer Zeit.
00:41:35: Also Mathissen aber auch Telemann, also haben ihn verehrt über alle Maßen und leider hat er den Sprung über die historische Schwelle irgendwie nicht geschafft... Weiß auch wenig über ihn, weil das war so ein Luftdikus.
00:41:46: Er hat immer was komponiert und wieder das nächste Jahr allein drei Orphalsopern kompontiert.
00:41:51: Ganz viel komponentiert!
00:41:52: Unglaublich
00:41:53: viel!
00:41:53: Aber immer nur sozusagen für den Moment, für den Tagesgebrauch hat es wie das Nächste... Es gibt keine Biografie.
00:41:59: Es gibt einen Bild, was ihnen angeblich abbildet ist.
00:42:01: Selbst da ist man nicht mal ganz sicher.
00:42:03: Ist wie so'n Phantom.
00:42:04: Hat's nicht
00:42:06: in den Kanon reingeschafft?
00:42:07: Ja sowieso nicht.
00:42:09: Also das ist auch ein komponierster Lohnt, absolut einer intensiven Beschäftigung würde ich sagen.
00:42:14: Ich habe in anderen Zusammenhängen schon Opern von eben sozusagen neu ediert und zur Aufführung gebracht.
00:42:19: Möchtet er auch gerne dran bleiben.
00:42:20: Wir haben da ein Stück eben drin, wenn bei der B-Mut hat er so eine große Klage aus seiner dritten Office-Oper.
00:42:27: Ich finde das eine wunderschöne Musik und wenn man die hört versteht man auch ganz viel woher Händel eigentlich seine Musik hat.
00:42:32: Ja
00:42:32: es gab aber unterrichtige Konkurrenz.
00:42:34: gibt's zum Beispiel ich habe mich mal mit Nero Obern verpasst und es gab in einem Jahr, wo sowohl Kaiser als auch Händl in Hamburg ne Nero Ober komponiert haben.
00:42:41: Das heißt sie hatten wirklich auch so einen Wettstreit miteinander.
00:42:44: So ein Reibungspunkt dass das und Händels dann weg ist natürlich nach London.
00:42:47: da waren andere Möglichkeiten.
00:42:49: Das ist schon ein ganz spannender Komponist.
00:42:53: Und hier bei dieser Geschichte war es so, ich bin ja sozusagen als Dramaturg aufgesprungen auf die Produktion und als ich die Musikliste bearbeitet habe, da hieß es Ja wir haben die Noten nicht!
00:43:05: Kannst du eine Ausgrabung gemacht?
00:43:06: Naja also ich kenne ja so'n bisschen die Wege, die es gibt.
00:43:09: und dann hab ich in der Staatspolitik in Berlin das Autograph gefunden war ganz normal.
00:43:15: Also die original Abschrift?
00:43:16: Ja und da das alles schön digitalisiert, das musste ich mich nicht mal erheben sondern konnte also einfach downloaden und dann konnten wir das um Olaf Kröger hier geben der das wunderbar noch einmal für unsere Klangkörper gesetzt hat.
00:43:28: Das
00:43:29: ist ja eigentlich auch in Sobran-Arie, wir mussten die schon verändern.
00:43:32: Wir mussten so ein bisschen
00:43:33: ändern und hatten doch die Instrumentation auch ein bisschen angedickt sage ich mal es ist sehr kammermusikalisch ursprünglich.
00:43:39: aber das war natürlich...es ist ein Glücksmoment!
00:43:41: Also wenn man sowas dann findet Ich kann dann sagen, so hallo ich hab's und das ist natürlich schön.
00:43:45: Ja, dann würde ich sagen mit diesem Glücksmoment verabschieden wir uns jetzt und laden Sie ein den Weg des Orphäus mit uns zu gehen Ende Juni Anfang Juli in Gera unterm Haus.
00:43:56: Tickets gibt es hier im Theater.
00:43:59: Das war Theater to go!
00:44:00: Bleiben sie uns treu.
00:44:02: man kann diesen Podcast abonnieren Und wir freuen uns über viele Hörerinnen und verabsiedern uns jetzt Und sagen Tschüss bis zum nächsten Mal.
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